Heute und immer: Vorlesetag

Vorlesetag, Stiftung Lesen

Der Vorlesetag

Die Stiftung Lesen hat den 15. November offiziell zum Vorlesetag ausgerufen: Es ist das größte Vorlesefest Deutschlands. Alle lesen überall. Prominente, Politiker und Ihr. Also lest vor. Wer nicht unbedingt Lust hat, das an die große Glocke zu hängen oder eine organisierte Lesestunde zu besuchen, die heute zahlreich im ganzen Land steigen, sondern lieber im Stillen, gemütlich und ganz privat liest, dann eben so. Hauptsache: Ihr lest vor! Heute und immer…

Das Desaster: Die Wartezimmerbücher

Die Wartezimmerbücher

Das Desaster im Wartezimmer: die Bücher


Bestimmt kennt Ihr sie: Die Wartezimmerbücher. Abgegriffen, abgewätzt, verblichen und von vorgestern liegen sie auf Wartezimmertischen oder in komischen, braunen Holzkisten neben abgegriffenem, abgewätztem, verblichenem Holzspielzeug von vorgestern.

Die Wartezimmerbücher sind an sich eine freundliche Geste der Ärzte, die sagt: Wir denken auch an die Kinder. In vielen Praxen erkennt man außerdem die Mühe, eine zum Arztbesuch thematisch passende Auswahl zu treffen. Zahnbücher von Karies und Baktus beim Zahnarzt oder Beinbruchbücher beim Orthopäden. Aber ist diese Form der Einstimmung nötig? Und noch weiter gefragt: Denkt Ihr auch an die Eltern, liebe Ärzte? Die sind nämlich diejenigen, die diese top-unaktuellen, schludrigen und wer weiß wie oft beim Seiten umblättern mit Spucke in Kontakt gekommenen Bücher von ihren Kindern in die Hand gedrückt bekommen, mit der drängenden Bitte „Lies, Mama!“ Dann nimmt man dieses Buch – quält sich bereits beim Vorlesen des Titels – und liest es ohne Lust, möglichst schnell, während man mit spitzen Fingern umblättert und abwechselnd nach der Toilette schielt, um sich gleich anschließend die Hände gründlich zu waschen und nach der Arzthelferin, die uns doch umgehend ins Sprechzimmer bitten möge. Wo es hoffentlich keine weiteren Bücher gibt.

Neue, schöne und weniger viel benutze Kinderbücher in Wartezimmern hingegen sind eine Freude und im Übrigen auch eine Chance auf Vorleseminuten – nachdem nicht allen Kindern regelmäßig vorgelesen wird und manchen gar nicht. Im Wartezimmer passiert es dann vielleicht doch.

Liebe Ärzte, erkennt diese verantwortungsvolle Aufgabe – Euer Wartezimmer ist ein Ort der Begegnung und des Austausches. Seht zudem die Chance, Euch als Kulturliebhaber auszuweisen  – mehr als durch die profane Wartezimmerwandgestaltung mit Reproduktionen von Matisse- oder Monet-Gemälden, gern auch einer Mark Rothko-Malerei.

10 Tipps für den guten Vorleser

Vorlesen: Das hört sich leicht an. Ist es aber nicht. Einfach nur ablesen, was geschrieben steht, kann fast jeder.  Zum guten Vorlesen gehört mehr. Gefesselt lauscht man dem, dessen Stimme, Tonlage, Gesicht und Körper  die Geschichte mit erzählen – sozusagen in einer weiteren Dimension.  Es ist ein bisschen wie mit Abschied ohne Winken oder Weinen ohne Tränen. Erst der ganze Einsatz macht einen Vorleser zum guten Vorleser. Schwer ist das nicht, man muss sich nur trauen und ein gutes Buch finden.

1. Spaß haben!
Eine Geschichte vorzulesen, die man fürchterlich findet, bringt allenfalls das Gefühl, den Kindern wenigstens einen Wunsch erfüllt zu haben. Lausiges Vorlesen ist vorprogrammiert. Man wird sich kaum ins Zeug legen, wenn einen der Text anödet. Also: Seid wählerisch. Lest nur Bücher, die Ihr gut findet. Besser mit Begeisterung vorlesen als ohne. Schließlich gibt es etliche tolle Kinderbücher, die so einfallsreich und lustig sind, dass sie auch Erwachsene blendend unterhalten. Weiterlesen

Familienmitglied: GECKO – die Kinderzeitschrift (ab 3 Jahren)

Die Kinderzeitschrift GECKO

Gecko – die Kinderzeitschrift


Der Hausfreund: GECKO – die Kinderzeitschrift begleitet uns seit Jahren. Zuverlässig alle zwei Monate wirft der Postbote sie in den Briefkasten. Die Kinder jubeln „Juhu! Post!“ – mindestens 6mal im Jahr.

Eine Kinderzeitschrift, die ohne Werbung glänzt. Prallvolle Seiten mit fabelhaften Bildern und tollen Geschichten. In jeder Ausgabe drei. Manchmal ist auch eine Comic-Story dabei. Auf den anderen Seiten findet Ihr Wortspielereien, Bilderrätsel, überraschende Bastelexperimente – einfach alles was Kindern Spaß und sie außerdem schlau macht. Die GECKO-Macherinnen sind wählerisch, das spürt man auf jeder Seite. Selbst beim Papier. So ein frisch gedruckter GECKO riecht wahnsinnig gut.
Die Autorinnen und Autoren, die in GECKO schreiben, sind berühmt oder einfallsreich. Die Illustratorinnen und Illustratoren ebenso.

GECKO gibt es als Einzelheft für 5,80 Euro oder als Abo für 34,80 Euro.
Das Abo ist jederzeit kündbar – sogar telefonisch. Man begibt sich also nicht in die klassische Abo-Falle, die damit rechnet, dass man Kündigungstermine verschläft und weiter zahlt.

Fazit:
Wir lieben GECKO und verschenken ihn gern.

Verlag: Edition Loris

Große Liebe: Lullemu, wer bist Du? (ab 3 Jahre)

Kinderbuch Lullemu wer bist Du? Coppenrath Verlag Münster

Lullemu, wer bist Du?

Autorin: Kerstin Schoene (Juni 2012)
Illustration:
Nina Gunetsreiner

Auf der Suche nach Büchern zum Vorlesen für kleine Kinder fand ich dieses entzückende Buch. Es erzählt vom verzweifelten Versuch, einen Freund zu finden, vom unbeholfenen Verstellen und dass derjenige die besten Chancen hat, einen echten Freund zu finden, der den Mut hat, er selbst zu bleiben.

Lullemu, wer bist Du?
Eine Geschichte vom Freundefinden.
Der kleine Hund Lullemu sucht einen Freund. Für einen Freund würde er alles tun, sich mit Federn schmücken, sich Schwimmflossen anziehen, sich Flügel umbinden und sogar ein Hirschgeweih tragen. Doch die Tiere, die er fragt, sehen in ihm keinen Freund, denn angesteckte Federn sind nicht echt, Schwimmflossen aus Plastik auch nicht, ebenso wenig wie Zweige als stolzes Hirschgeweih taugen. Lullemu ist eben Lullemu. Dann trifft er auf Mullewu und der ist auch schon soooooooooooo lang auf der Suche.

Fazit:
Vielleicht ist es besser, auf einen Seelenverwandten zu warten, als sich zu verbiegen – auch wenn es manchmal dauert?

Verlag: Coppenrath Verlag