Ein Buch mit Deinem Namen

Mit etwa 2 Jahren bekam meine Tochter ein Buch geschenkt. Es hieß „Adas größter Wunsch“. Ich musste es ihr unentwegt vorlesen. Stunde um Stunde, Abend für Abend. Sie liebte wohl die Tatsache, dass die Protagonistin ihren Namen trug.

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Ach Du Schreck, mein Name ist weg!

Nachdem Adas größter Wunsch am Ende der Geschichte natürlich in Erfüllung ging, war es eine gute Indentifikation, eine mit Happy End. Ich bin überzeugt, dass Kinder Bücher lieben, in denen ihr Name auftaucht. Wir tragen ihn schließlich unser ganzes Leben mit uns herum, er gibt uns Identität, eine Heimat und manche glauben sogar, seine Bedeutung färbe auf unsere Persönlichkeit ab.

Wie auch immer, neulich schickte mir ein lieber Kollege einen Link zu einem personalisierbaren Kinderbuch. Eigentlich bin ich kein Fan von all den individualisierten Brotdosen, T-Shirts, Trinkflaschen, Wickeltaschen im hübschen Design. Noch dazu muss bei einem Kinderbuch die Geschichte im Vordergrund stehen. Sie und die Illustrationen müssen kurzum einfach gut sein. Kommerzielle Aspekte wie Personalisierbarkeit haben da nur bedingt einen Platz.

Bei dem Buch „Ach Du Schreck, mein Name ist weg!“ ist die Übung gelungen. Die Illustrationen sind kräftig, mutig und witzig, die Geschichte einfach und gut. Wer also seinem Kind, Patenkind, seiner Nichte oder seinem Neffen zu Weihnachten, zum Geburtstag oder zur Taufe ein ganz besonderes Geschenk machen möchte…

bestellt „Ach Du Schreck, mein Name ist weg!„.

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Haarig: Ellis Augenbrauen (ab 4 Jahre)

Autor: Timothy Knapmann, Illustrationen: David Tazzyman (April 2013)

Augenbrauen, die mit dem Koffer davon laufen. Sehr originell. So gesehen im fantastischen Kinderbuch „Ellis Augenbrauen“.

Kinderbuch Ellis Augenbrauen

Ellis Augenbrauen

Elli weiß, wozu Augen, Ohren, Nase und Zunge da waren. Aber was um alles in der Welt soll sie mit Augenbrauen – „…gammelige, haarige, kleine Fusseldinger!“. Die empörten Augenbrauen haben ihren Stolz und hauen über Nacht ab. Unterwegs versuchen sie es als Raupen, die ebenfalls haarig und klein sind – nur das mit dem Kokon basteln haut nicht hin. Also dienen sie einem Zauberer als Zwirbelbart. Dem allerdings explodiert ständig etwas und das finden die Augenbrauen zu gefährlich. Also arbeiten sie für eine Ameise, die gern tat, als wäre sie eine Spinne.
Elli kommt indes gut zu recht ohne ihre Augenbrauen, bis die Oma zu Besuch kommt, Elli erblickt und mit einem Schrei davon läuft. Da bemerkt Elli, wie wild und wunderbar Augenbrauen waren und wie sehr sie ihre eigenen vermisste. Wird Elli sie finden?

Ellis Augenbrauen sind zwei verrückte, abgefahrene, selbstbewusste Dinger, die uns mit ihrer wunderbaren Geschichte über ein durchaus bedeutsames Körperdetail aufklären. Wer die Augenbrauen nicht ehrt, ist die Augenbrauen nicht wert.

Verlag: Lappan

Kriminell gut: Alfonso – Der Meisterdieb (ab 8 Jahre)

Alfonso - Der Meisterdieb, Verlag Mixtvision

Alfonso – Der Meisterdieb

Illustrationen: Thies Schwarz (Juli 2013)

Diebeskunst ohne Worte.

Alfonso verliert nicht viele Worte. Die braucht er auch nicht. Er braucht: Einen Plan. Alfonso ist Meisterdieb. Schwere Juwelen, hochdotierte Gemälde, seltene Briefmarken, Tresorgold, reine Diamanten – nichts entgeht seinen geschickten Händen. Egal ob unter Wasser, in schwindelerregenden Höhen oder an gefährlich öffentlichen Orten. Alfonso weiß, wie er’s macht. Schlau nutzt er die Gunst der Umgebung: einen Baukran, einen Scheinwerfer oder eine Schneekanone. Hätte er nur nicht solch lärmende Lust auf Eis

Alfonsos Geschichte spielt sich ohne Worte ab – die Illustrationen im Comic-Stil erzählen die diebischen Episoden und bitten den Betrachter, sie selbst zusammen zu puzzeln.

Eine Frage bleibt für mich jedoch unbeantwortet: Ist das Passagierschiff, dessen Tresorraum Alfonso unter Wasser leer räubert, nun untergegangen oder nicht?

Verlag: Mixtvision

Philosophie: Mama, wo ist eigentlich das Gestern hin? (ab 5 Jahre)

Mama, wo ist eigentlich das Gestern hin? Kinderbuchblog ich liebe kinderbücher

Mama, wo ist eigentlich das Gestern hin?

Autorin und Illustration: Maja Bohn (Januar 2011)

Kinder sind Meister philosophischer Fragen. Hände hoch, das ist ein Überfall. Wie schwerfällige Dummköpfe stehen wir da, stammeln, murmeln, überlegen, wie man komplizierte und schier unerklärbare Dinge, Vorgänge und Lebensläufe verständlich macht. Während die Kinder mit ihren Fragen bewaffnet auf uns zielen, müssen wir waschen, bügeln, Proben unterschreiben, Brotzeitdosen spülen und das Leben meistern. Unsere Antworten sind in den meisten Fällen philosophische Bruchlandungen, oder?

„Mama, wo ist eigentlich das Gestern hin?“ ist ein Buch, das sich einer äußerst berechtigten philosophischen Frage angenommen hat und diese meiner Meinung nach hinreichend und hinreißend beantwortet.

Loretta erwacht und stellt fest: Das Gestern ist weg! Wohin? Loretta erkundigt sich bei Haushering Bodo, dem Nachbarn Zapf, einer Wildgans. Sie fragt eine Eintagsfliege, einen Hamster und einen Zauberer. Keiner weiß wohin. Verwundert bemerkt Loretta, dass das Gestern jedem etwas anderes bedeutet und manchen überhaupt nichts.
Lediglich Lorettas bester Freund, Heiner der Ziegenbock, kann sich vorstellen, wohin sich das Gestern aus dem Staub gemacht hat und auch Nachbar Zapf liefert schließlich eine mögliche Erklärung. Loretta muss nachdenken…

Verlag Hinstorff

10 Tipps für den guten Vorleser

Vorlesen: Das hört sich leicht an. Ist es aber nicht. Einfach nur ablesen, was geschrieben steht, kann fast jeder.  Zum guten Vorlesen gehört mehr. Gefesselt lauscht man dem, dessen Stimme, Tonlage, Gesicht und Körper  die Geschichte mit erzählen – sozusagen in einer weiteren Dimension.  Es ist ein bisschen wie mit Abschied ohne Winken oder Weinen ohne Tränen. Erst der ganze Einsatz macht einen Vorleser zum guten Vorleser. Schwer ist das nicht, man muss sich nur trauen und ein gutes Buch finden.

1. Spaß haben!
Eine Geschichte vorzulesen, die man fürchterlich findet, bringt allenfalls das Gefühl, den Kindern wenigstens einen Wunsch erfüllt zu haben. Lausiges Vorlesen ist vorprogrammiert. Man wird sich kaum ins Zeug legen, wenn einen der Text anödet. Also: Seid wählerisch. Lest nur Bücher, die Ihr gut findet. Besser mit Begeisterung vorlesen als ohne. Schließlich gibt es etliche tolle Kinderbücher, die so einfallsreich und lustig sind, dass sie auch Erwachsene blendend unterhalten. Weiterlesen

Familienmitglied: GECKO – die Kinderzeitschrift (ab 3 Jahren)

Die Kinderzeitschrift GECKO

Gecko – die Kinderzeitschrift


Der Hausfreund: GECKO – die Kinderzeitschrift begleitet uns seit Jahren. Zuverlässig alle zwei Monate wirft der Postbote sie in den Briefkasten. Die Kinder jubeln „Juhu! Post!“ – mindestens 6mal im Jahr.

Eine Kinderzeitschrift, die ohne Werbung glänzt. Prallvolle Seiten mit fabelhaften Bildern und tollen Geschichten. In jeder Ausgabe drei. Manchmal ist auch eine Comic-Story dabei. Auf den anderen Seiten findet Ihr Wortspielereien, Bilderrätsel, überraschende Bastelexperimente – einfach alles was Kindern Spaß und sie außerdem schlau macht. Die GECKO-Macherinnen sind wählerisch, das spürt man auf jeder Seite. Selbst beim Papier. So ein frisch gedruckter GECKO riecht wahnsinnig gut.
Die Autorinnen und Autoren, die in GECKO schreiben, sind berühmt oder einfallsreich. Die Illustratorinnen und Illustratoren ebenso.

GECKO gibt es als Einzelheft für 5,80 Euro oder als Abo für 34,80 Euro.
Das Abo ist jederzeit kündbar – sogar telefonisch. Man begibt sich also nicht in die klassische Abo-Falle, die damit rechnet, dass man Kündigungstermine verschläft und weiter zahlt.

Fazit:
Wir lieben GECKO und verschenken ihn gern.

Verlag: Edition Loris

Große Liebe: Lullemu, wer bist Du? (ab 3 Jahre)

Kinderbuch Lullemu wer bist Du? Coppenrath Verlag Münster

Lullemu, wer bist Du?

Autorin: Kerstin Schoene (Juni 2012)
Illustration:
Nina Gunetsreiner

Auf der Suche nach Büchern zum Vorlesen für kleine Kinder fand ich dieses entzückende Buch. Es erzählt vom verzweifelten Versuch, einen Freund zu finden, vom unbeholfenen Verstellen und dass derjenige die besten Chancen hat, einen echten Freund zu finden, der den Mut hat, er selbst zu bleiben.

Lullemu, wer bist Du?
Eine Geschichte vom Freundefinden.
Der kleine Hund Lullemu sucht einen Freund. Für einen Freund würde er alles tun, sich mit Federn schmücken, sich Schwimmflossen anziehen, sich Flügel umbinden und sogar ein Hirschgeweih tragen. Doch die Tiere, die er fragt, sehen in ihm keinen Freund, denn angesteckte Federn sind nicht echt, Schwimmflossen aus Plastik auch nicht, ebenso wenig wie Zweige als stolzes Hirschgeweih taugen. Lullemu ist eben Lullemu. Dann trifft er auf Mullewu und der ist auch schon soooooooooooo lang auf der Suche.

Fazit:
Vielleicht ist es besser, auf einen Seelenverwandten zu warten, als sich zu verbiegen – auch wenn es manchmal dauert?

Verlag: Coppenrath Verlag