Unterirdisch: Ein Krokodil taucht ab (ab 10 Jahre)

Kinderbuch ein Krokodil taucht ab

Ein Krokodil taucht ab (Verlag Friedrich Oetinger)

Autorin: Nina Weger (Februar 2013)

Inzwischen bin ich sicher, wer wahrhaftig und offenen Herzens, ohne überzogene Erwartungen durchs Leben geht, findet was er sucht. Zu dem kommt, was kommen soll, was zu ihm passt.

An einem trüben Herbst-Winter-Tag laufe ich durch Kufstein. Die Stadt ist überschaubar, tirolerisch romantisch, durch ihre Mitte strömt der Inn, gerade geht die Sonne unter.
Ich betrete eine Buchhandlung, möchte den Kindern etwas mitbringen von meiner kleinen Reise. Die Inhaber sind entweder Eltern von Mädchen oder sie lehnen Jungs-Bücher ab. In den Regalen stehen nur Bücher, in denen Mädchen die Hauptrolle spielen oder die von Pferden und Prinzessinnen erzählen. Darüber freut sich mein Sohn nicht. Selbst das coolste Buch meidet er, wenn ein Mädchen die Drachentöterin ist. Weiterlesen

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Zeit 2.0: Stecker raus und aus die Maus (ab 3 Jahre)

Kinderbuch Stecker raus und aus die Maus, Verlag Kindermann

Stecker raus und aus die Maus

Autor: Ann Droyd (September 2012)

Hängen Eure Kinder auch schon mit 0,75 Jahren oder früher am iPhone, wischen kundig über das Display und nörgeln elend, wenn ihr es ihnen wieder weg nehmt? Während die Kinder mit dem Kopf ins Smartphone fallen, habt ihr noch schnell eine Mail beantwortet, gleichzeitig eine SMS getippt (auf dem anderen Mobiltelefon oder dem Tablet), den Festnetz-Hörer zwischen Ohr und Schulter geklemmt, denn es rief noch der Dingsbums an.
Wow, möchte man staunen und loben, das ist ja verdammt fix und dabei noch gleichzeitig. Das Blöde ist nur, dass man mit der dadurch gewonnen Zeit umspringt, als wüsste man nichts mehr mit ihr anzufangen.

Das hier vorgestellte, innovative Kinderbuch beschäftigt sich mit diesem Zuviel und zeigt schon kleinen Kindern wir irrsinnig die Welt geworden ist, wie laut, wie dezentral, wie unverbindlich und endsublimiert.

Ein Wohnzimmer, eine Familie: Jeder ist beschäftigt. Jeder für sich. Einer tippt auf dem Handy, einer streichelt über das iPhone, ein anderer spielt Wii und wieder ein anderer zappelt an der Playstation. Aus allen Zimmerwinkeln summt, klickt und brummt es. Schöner Mist, denkt sich die schwer genervte Oma. Ohne Vorwarnung und ohne Federlesen schleudert sie sämtliche Technik in hohem Bogen aus dem Fenster…dann ist Ruhe. Endlich!

„Eine moderne Gute-Nacht-Geschichte – in einem Buch aus Papier, mit echten Seiten zum Anfassen…“ und in Reimform.

Verlag: Antje Kunstmann

Fantasy: Gut oder nicht oder egal?

Beast Quest Fantasy Reihe

Beast Quest – Loewe Verlag

Des Öfteren trifft man uns im Buchladen um die Ecke. Es sei erwähnt: ein sehr toller Buchladen, mit gemütlichem Dielenboden und einer Keksdose (Colibris Buchhandlung, Leonrodstrasse 19 in München). Seit Herbst sind wir noch öfter dort als davor. Im Herbst nämlich entdeckte mein Sohn in einer Buchhandlung an der Ostsee die Fantasy-Reihe „Beast Quest“ (Loewe Verlag). Stolz erwarb er dort die Bände 1 bis 3, deren Lektüre uns zu ein paar entspannten Minuten in der Sauna verhalf.
Vom Inhalt und der Sammlerleidenschaft angestachelt, sann mein Sohn darauf, weitere Bände der Reihe anzuschaffen. Mit anderen Worten: Er wollte sie alle – lesen und besitzen. So geschah es also, dass er einige Bände von seinem Taschengeld bezahlte, sich einige vom Weihnachtsmann herbeischleppen lies, sich wieder andere mit guten Noten verdiente und wir aus diesem Grund immer wieder in die Buchhandlung gingen.
Inzwischen ist der Autor der Reihe, ein gewisser Adam Blade, bei Band 28 angelangt (soweit ich weiß, hängt die Übersetzerin hinterher, sonst gäbe es mehr…). Die Titel der Reihe lesen sich nicht sonderlich originell und triefen vor Kampfeslust und übermenschlicher Kraft – sie heißen: „Ferno, Herr des Feuers“ oder „Eposs, Gebieterin der Lüfte“ oder „Rapu der Giftkämpfer“. Im Übrigen stelle ich mich Herrn Blade gern bei der weiteren Titelfindung zur Verfügung – hätte bereits einige Vorschläge wie: „Django, Verpester der Lüfte“ oder „Horan, Erpresser des Universums“ oder „Thorax, Drainage der Finsternis“.

Die nette Buchhändlerin überreicht uns dann jedes Mal die Bestellung, der mein Sohn stolz entgegen lächelt. Während seine Augen zu leuchten beginnen und in die Welt kämpfender Drachen abdriften, entwickeln sich in denen der Verkäuferin – so meine ich zu sehen – kleine bis mittlere Fragezeichen und ich ahne, was sie stets denkt: Das Kind liest Trash! Im Geiste antworte ich ihr: Ich weiß, aber was soll ich machen.
Einmal tarnte sie ihre eigentlichen Gedanken mit der Frage: „Wie lang braucht er denn, um das zu lesen?“. Ich antwortete: „Hm, etwa eine Stunde!“, sie: „Naja, Hauptsache er liest!“ Da war es raus. Und ich sagte: „Was soll ich machen?“

Ich nahm die kleinere Hand in meine, die andere kleinere Hand hielt überglücklich das neue Buch, und wir gingen hinaus. Ich musste nachdenken: War es okay, sowas zu lesen? Oder war das Mist? Ehrlich gesagt: Keine Ahnung und es ist mir auch egal

Lesen am Strand: Mission Unterhose (ab 8 Jahre)

Kinderbuch: Mission Unterhose

Mission Unterhose

Autorin: Sylvia Heinlein (März 2013)

Wir waren gerade auf Sizilien. Leider nur 5 Tage. Viel Sonne. Zu viel Wind. Zu viel Pizza. Traditionell gehört Strandlesen zu unseren favorisierten Urlaubsaktionen. Die Reisetaschen sind in der Regel voll mit Büchern. Die meisten von ihnen kehren allerdings unberührt nach Hause zurück – zwischendurch muss man wenigstens ab und zu durchs Meer rauschen.

Der Volltreffer unserer Sizilienreise:
Mission Unterhose (Tulipan Verlag).
Sobald der Strandschutz aufgebaut war, liesen wir uns auf die Handtücher fallen und packten das Buch aus. Das Meer war eh zu kalt. Das Tolle: Ein Buch für uns alle. Tochter (10 Jahre), Sohn (8 Jahre), Vater und Mutter.

Inhalt:
Hannes ist ein Lesenerd und Sohn von Vegetarier-Psychologen-Eltern. Er liest am liebsten und gerade das tausendste Benny-Hotton-Heft als Kalli auftaucht. Es sind Ferien. Hannes lebt an dem einen Ende der Siedlung, Kalli am anderen. Normalerweise haben die beiden nicht viel miteinander zu tun – nur ab und zu treffen sie sich beim Versteckspiel. Weiterlesen