Tränen: Mein Hund Mister Matti (ab 8 Jahre)

Kinderbuch Mein Hund Mister Matti

Mein Hund Mister Matti

Autor: Michael Gerard Bauer (Juli 2012)

Manche Bücher bleiben länger liegen bis sie ausgelesen sind. Manchmal auch, weil man das Ende fürchtet, erst recht, wenn das Ende der Tod ist. So geht es uns mit dem Buch „Mein Hund Mister Matti“.

Meine Kinder fänden es toll einen Hund zu haben, da das arme Tier in unserer Stadtwohnung zu wenig frische Luft bekäme und viel zu lang allein wäre, geht das nicht. Aber Hundegschichten passen in die Wohnung.

In vielen kurzen Buchkapiteln erzählt der Junge Corey seine Erlebnisse mit dem Hund Mister Matti. Unter anderem wie Mister Matti in die Familie einzog, wie er seinen Namen verpasst bekam, wie die Schwester ihn mit Lametta behängte, wie er lernte, die Morgenzeitung zu holen oder wie er verunglückte und wieder gesund wurde.
Die Zwischentöne widmen sich den Herausforderungen des Lebens, der Sorge um die Arbeit, der Eifersucht, dem eben Leben als Familie und dem Abschied durch den Tod.

Über dem letzten Kapitel zeigt ein Bild, wie Corey unter einem Baum sitzt und traurig an Mister Matti denkt. Mein Sohn und ich sahen uns das Bild an und schwiegen wie erstarrt. Ich spürte, neben mir versucht jetzt jemand ganz tapfer nicht zu weinen. Und ich ebenso. Aber wir haben es nicht geschafft.

Ein Buch über die Liebe zu einem Tier und die Liebe eines Tieres zu einer Familie.

Verlag: Hanser

Advertisements

Der Tod: Und was kommt nach tausend? (ab 4 Jahre)

Und was kommt nach tausend? Kinderbuch, Ravensburger Verlag

Und was kommt nach tausend?

Seit ein paar Jahren streift der Tod von Zeit zu Zeit durch unsere Gegend. Er zieht den Hut, grüßt höflich und verschwindet dann wieder. Ich wundere mich jedes Mal über seine Würde und Milde und bin doch verstört, weine über die Verluste und die Tatsache, dass etwas für immer ist. Ich bin eine Erwachsene und finde meinen Weg, aber wie geht es den Kindern? Ich weiß es nicht. Ich ahne es nur. Eins reagiert so, das andere so. Das eine beginnt erst Monate später, darüber zu sprechen, das andere ist augenblicklich beunruhigt und verzweifelt. Und jedes Mal ist es anders. Haben die Kinder überhaupt eine Vorstellung vom Tod? Sicher erst, wenn sie Jugendliche sind. Aber was ist vorher? Vorher ist der Tod abstrakt – ihn begleiten Wünsche, Hoffnungen und Ängste.

Kinderbücher, die vor dem unbeliebten Thema nicht zurückschrecken, sind große Helfer, Tröster und Aufklärer. Wie der folgende Titel:

Und was kommt nach tausend?
Autorin und Illustrationen: Anette Bley (Juni 2011)

Lisa und Otto sind Freunde. Lisa ist jung und Otto ist alt. Aber sie lieben dieselben Dinge wie Notkekse, Zählen bis Tausend und weiter, die Natur, den Himmel voller Sterne und sie freuen sich über dieselben Dinge. Als Lisa mit ihrer Schleuder endlich, endlich den Blechbüffel trifft, tanzen sie den großen Indianer-Siegestanz. Aber heute liegt Otto müde im Bett und weiß, dass er bald sterben muss und Lisa hält seine Hand.
Zu Ottos Beerdigung kommen viele Menschen, die meisten kennt Lisa nicht und es stört sie, dass die Menschen säuseln, denn Otto mochte es nicht, wenn jemand säuselte. Sie schreit und weint bis Olga sie tröstet. Olga weiß, wo Otto jetzt ist und kennt das Geheimnis der Liebe und des Lebens.

Verlag: Ravensburger

Das sagt man nicht: Pipikack (ab 2 Jahre)

Kinderbuch Pipikack - Moritz Verlag

Pipikack

Autorin: Stephanie Blake (Mai 2013)

Aus der Pipikack-Phase sind wir schon raus. Es gab sie und wenn ich ehrlich bin, gibt es sie auch heute noch ein bisschen. Manchmal. Wörter wie Pipi und Kacka benutzen alle Kinder zwar irgendwie schamhaft und doch mit großer Lust. Ist eins der Wörter einmal gesagt und anwesende Erwachsene drohen nicht mit Strafen, erkennen die Kinder darin eine Art Berechtigung und schon geht es weiter und die Pipikack-Wörter sprudeln nur so.

Das Buch „Pipikack“ räumt mutig auf. Was ist schon dabei, wenn ein Kind „Pipi“ oder „Kacka“ sagt. Soll es doch. Eines Tages wird es ganz von selbst damit aufhören. Nicht, um einem Erwachsenen einen Gefallen zu tun oder einer angedrohten Strafe zu entkommen, sondern einfach weil es Zeit ist oder das Wort nicht mehr passt.
In dem vorgestellten Buch sagt ein kleiner Hase immerzu „Pipikack“ – zu allem und jedem. Bis der Wolf ihn frisst. Als schließlich der Arzt das Häslein aus dem Wolfsbauch befreit und es mit „Pipikack“ anspricht, ist es empört. Es heißt Simon und verbittet sich eine derart unreife Betitelung. Geht doch…
Also liebe Eltern, Ihr seid in bester Gesellschaft und Eure Kinder auch – entspannt Euch, denn Pipikack sagen zu dürfen ist großartig.

Fazit:
Ein sehr anständiges Buch für alle Kinder im Pipikack-Alter.

Verlag: Moritz