Galaktisch: Spackos in Space (ab 10 Jahre)

Autor: Jochen Till, Illustrationen: Zapf (Juli 2013)

Dem Titel nach zu urteilen, hangeln sich ein Haufen Vollidioten durch eine Geschichte, die sich im All abspielt.  Ganz im Sinne eines Lesers, der nach Humor dürstet und sich die unendlichen Weiten des Weltraums mit Vorliebe von Space-Nerds erklären lässt.

Kinderbuch Spackos in Space Tulipan Verlag

Spackos in Space

Cornelius Spacko ist 13 Jahre alt. Er liebt Sprotzball, Ferien und fluchen. Nicht so sehr liebt er die Paukaner oder die Anschisse seiner Mutter, die allein wenn sie flüstert die Lautstärke eines Presslufthammers erreicht. Die Ferien stehen an. Die muss Cornelius bei seinem Erzeuger verbringen, den er noch nie gesehen hat.

Nach langen, ermüdenden Transfertagen im All landet Cornelius endlich auf der RS Rumpel, dem Heimatschiff seines Vaters. Ein Blechhaufen, der jeden Moment in seine Einzelteile zu zerfallen droht. Die ahnungslose und minderbemittelte Crew macht es nicht besser. Cornelius lernt das Schrott fressende Junge-Mädchenwesen Amy, den Putzroboter Scrubby, natürlich seinen Vater und den Rest der heldenlosen Mannschaft kennen. Sein Zimmer ist eine rosa Plüsch-Hölle, voller Glitzereinhörner – gut gmeint: Connys Vater dachte, Conny sei der Name eines Mädchens. Zum Essen gibt es ekelhaften Grützenschleim. Keiner spielt Sprotzball. Also was verfrockt, hat dieses verfrockte Schlotzschiff mit Connys Ferien zu tun? Und dann gerät der Blechhaufen außer Kontrolle. Wird Cornelius ihn retten können?

Dramatischer Lesestoff von Outer Space für all jene, die genug haben von den Helden der Erde.

Verlag: Tulipan

Unterirdisch: Ein Krokodil taucht ab (ab 10 Jahre)

Kinderbuch ein Krokodil taucht ab

Ein Krokodil taucht ab (Verlag Friedrich Oetinger)

Autorin: Nina Weger (Februar 2013)

Inzwischen bin ich sicher, wer wahrhaftig und offenen Herzens, ohne überzogene Erwartungen durchs Leben geht, findet was er sucht. Zu dem kommt, was kommen soll, was zu ihm passt.

An einem trüben Herbst-Winter-Tag laufe ich durch Kufstein. Die Stadt ist überschaubar, tirolerisch romantisch, durch ihre Mitte strömt der Inn, gerade geht die Sonne unter.
Ich betrete eine Buchhandlung, möchte den Kindern etwas mitbringen von meiner kleinen Reise. Die Inhaber sind entweder Eltern von Mädchen oder sie lehnen Jungs-Bücher ab. In den Regalen stehen nur Bücher, in denen Mädchen die Hauptrolle spielen oder die von Pferden und Prinzessinnen erzählen. Darüber freut sich mein Sohn nicht. Selbst das coolste Buch meidet er, wenn ein Mädchen die Drachentöterin ist. Weiterlesen

Mitbringsel: Yoda ich bin! Alles ich weiß! (ab 8 Jahre)

Kinderbuch Yoda ich bin! Alles ich weiß!

Yoda ich bin! Alles ich weiß!

Autor: Tom Angleberger (Februar 2011)

Was bringt man einem 8-jährigen Star Wars-Fan von einer kleinen Reise mit, wenn man keine Schlüsselanhänger-Star-Wars-Figuren kaufen möchte, man schon ein ratterndes Laserschwert zuhause hat, in den Kiosk-Heftchen immer das Gleiche steht und die Filme erst ab 12 sind? Wenn man die Buchhandlung „Monokel“ findet und das Kind zufällig mit Begeisterung liest, ist die Antwort schnell gefunden: Das Buch „Yoda ich bin! Alles ich weiß!“.

Er liebt das Buch. Die Geschichte ist witzig und leitet Jungs zum Basteln an. Ein Origami-Yoda ist doch ziemlich cool. Aber nun möchte er das Buch nicht zu Ende lesen, weil es so schön ist und er nicht möchte, dass es vorbei ist. Ich kann ihn gut verstehen.

Inhalt: „Eigentlich ist Dwight sowas wie ein Loser. Seine Freunde finden ihn ziemlich seltsam, einige halten ihn sogar für einen Spinner. Doch eines Tages ändert sich das. Denn plötzlich gibt Dwight verblüffend gute Ratschläge mit einer Fingerpuppe aus Papier, die aussieht wie Yoda, sagt die Zukunft voraus und rettet seine Mitschüler vor Peinlichkeiten. Bald ist klar: Wer die Yoda-Figur hat, hat die Macht. Warum das so ist? Tommy und seine Freunde wollen die ganze Wahrheit herausfinden…“

Verlag: Bastei Lübbe

Fantasy: Gut oder nicht oder egal?

Beast Quest Fantasy Reihe

Beast Quest – Loewe Verlag

Des Öfteren trifft man uns im Buchladen um die Ecke. Es sei erwähnt: ein sehr toller Buchladen, mit gemütlichem Dielenboden und einer Keksdose (Colibris Buchhandlung, Leonrodstrasse 19 in München). Seit Herbst sind wir noch öfter dort als davor. Im Herbst nämlich entdeckte mein Sohn in einer Buchhandlung an der Ostsee die Fantasy-Reihe „Beast Quest“ (Loewe Verlag). Stolz erwarb er dort die Bände 1 bis 3, deren Lektüre uns zu ein paar entspannten Minuten in der Sauna verhalf.
Vom Inhalt und der Sammlerleidenschaft angestachelt, sann mein Sohn darauf, weitere Bände der Reihe anzuschaffen. Mit anderen Worten: Er wollte sie alle – lesen und besitzen. So geschah es also, dass er einige Bände von seinem Taschengeld bezahlte, sich einige vom Weihnachtsmann herbeischleppen lies, sich wieder andere mit guten Noten verdiente und wir aus diesem Grund immer wieder in die Buchhandlung gingen.
Inzwischen ist der Autor der Reihe, ein gewisser Adam Blade, bei Band 28 angelangt (soweit ich weiß, hängt die Übersetzerin hinterher, sonst gäbe es mehr…). Die Titel der Reihe lesen sich nicht sonderlich originell und triefen vor Kampfeslust und übermenschlicher Kraft – sie heißen: „Ferno, Herr des Feuers“ oder „Eposs, Gebieterin der Lüfte“ oder „Rapu der Giftkämpfer“. Im Übrigen stelle ich mich Herrn Blade gern bei der weiteren Titelfindung zur Verfügung – hätte bereits einige Vorschläge wie: „Django, Verpester der Lüfte“ oder „Horan, Erpresser des Universums“ oder „Thorax, Drainage der Finsternis“.

Die nette Buchhändlerin überreicht uns dann jedes Mal die Bestellung, der mein Sohn stolz entgegen lächelt. Während seine Augen zu leuchten beginnen und in die Welt kämpfender Drachen abdriften, entwickeln sich in denen der Verkäuferin – so meine ich zu sehen – kleine bis mittlere Fragezeichen und ich ahne, was sie stets denkt: Das Kind liest Trash! Im Geiste antworte ich ihr: Ich weiß, aber was soll ich machen.
Einmal tarnte sie ihre eigentlichen Gedanken mit der Frage: „Wie lang braucht er denn, um das zu lesen?“. Ich antwortete: „Hm, etwa eine Stunde!“, sie: „Naja, Hauptsache er liest!“ Da war es raus. Und ich sagte: „Was soll ich machen?“

Ich nahm die kleinere Hand in meine, die andere kleinere Hand hielt überglücklich das neue Buch, und wir gingen hinaus. Ich musste nachdenken: War es okay, sowas zu lesen? Oder war das Mist? Ehrlich gesagt: Keine Ahnung und es ist mir auch egal