Zeit 2.0: Stecker raus und aus die Maus (ab 3 Jahre)

Kinderbuch Stecker raus und aus die Maus, Verlag Kindermann

Stecker raus und aus die Maus

Autor: Ann Droyd (September 2012)

Hängen Eure Kinder auch schon mit 0,75 Jahren oder früher am iPhone, wischen kundig über das Display und nörgeln elend, wenn ihr es ihnen wieder weg nehmt? Während die Kinder mit dem Kopf ins Smartphone fallen, habt ihr noch schnell eine Mail beantwortet, gleichzeitig eine SMS getippt (auf dem anderen Mobiltelefon oder dem Tablet), den Festnetz-Hörer zwischen Ohr und Schulter geklemmt, denn es rief noch der Dingsbums an.
Wow, möchte man staunen und loben, das ist ja verdammt fix und dabei noch gleichzeitig. Das Blöde ist nur, dass man mit der dadurch gewonnen Zeit umspringt, als wüsste man nichts mehr mit ihr anzufangen.

Das hier vorgestellte, innovative Kinderbuch beschäftigt sich mit diesem Zuviel und zeigt schon kleinen Kindern wir irrsinnig die Welt geworden ist, wie laut, wie dezentral, wie unverbindlich und endsublimiert.

Ein Wohnzimmer, eine Familie: Jeder ist beschäftigt. Jeder für sich. Einer tippt auf dem Handy, einer streichelt über das iPhone, ein anderer spielt Wii und wieder ein anderer zappelt an der Playstation. Aus allen Zimmerwinkeln summt, klickt und brummt es. Schöner Mist, denkt sich die schwer genervte Oma. Ohne Vorwarnung und ohne Federlesen schleudert sie sämtliche Technik in hohem Bogen aus dem Fenster…dann ist Ruhe. Endlich!

„Eine moderne Gute-Nacht-Geschichte – in einem Buch aus Papier, mit echten Seiten zum Anfassen…“ und in Reimform.

Verlag: Antje Kunstmann

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Brüderlich: Tripp, Trapp, Trümmer – Die unglaubliche Hundeentführung (ab 8 Jahre)

Tripp, Trapp, Trümmer - Die unglaubliche Hundeentführung, Kinderbuch, Klett Kinderbuch

Tripp, Trapp, Trümmer – Die unglaubliche Hundeentführung

Autor: Daniel Zimakoff (März 2013)

Wieder ein Buch durch – Tripp, Trapp und Trümmer begleiteten uns durch die letzten Tage – wobei das herrliche Sommerwetter wenig Anlass und wenig Zeit für umfängliche Gute-Nacht-Leseeinheiten ließ…

Tripp, Trapp, Trümmer – was nach Chaos und Scherbenhaufen klingt, sind eigentlich drei Brüder: Christian (der Älteste), Benjamin (der Mittlere) und Adam (der Jüngste). Die drei haben Freunde wie zum Beispiel Parly und Feinde wie Billen und seine Bande. Die Freunde laden zu edlen Geburtstagfesten in mondäne Häuser ein und die Feinde lauern im Wald und stehlen die Badesachen. Allerdings stiftet der Freund mit großartigen Lügengeschichten großartiges Chaos und beinahe einen großen Scherbenhaufen.
Ein Hund wird entführt, Erpresserbriefe tauchen auf. Die drei Brüder stecken tief im Schlamassel, schließlich sind sie mit schuldig, zumindest daran, dass der Hund weg ist. Lest selbst wie und ob sie es schaffen, die Suppe wieder auszulöffeln.

Fazit: Echt spannend!

Verlag: Klett Kinderbuch

Der Tod: Und was kommt nach tausend? (ab 4 Jahre)

Und was kommt nach tausend? Kinderbuch, Ravensburger Verlag

Und was kommt nach tausend?

Seit ein paar Jahren streift der Tod von Zeit zu Zeit durch unsere Gegend. Er zieht den Hut, grüßt höflich und verschwindet dann wieder. Ich wundere mich jedes Mal über seine Würde und Milde und bin doch verstört, weine über die Verluste und die Tatsache, dass etwas für immer ist. Ich bin eine Erwachsene und finde meinen Weg, aber wie geht es den Kindern? Ich weiß es nicht. Ich ahne es nur. Eins reagiert so, das andere so. Das eine beginnt erst Monate später, darüber zu sprechen, das andere ist augenblicklich beunruhigt und verzweifelt. Und jedes Mal ist es anders. Haben die Kinder überhaupt eine Vorstellung vom Tod? Sicher erst, wenn sie Jugendliche sind. Aber was ist vorher? Vorher ist der Tod abstrakt – ihn begleiten Wünsche, Hoffnungen und Ängste.

Kinderbücher, die vor dem unbeliebten Thema nicht zurückschrecken, sind große Helfer, Tröster und Aufklärer. Wie der folgende Titel:

Und was kommt nach tausend?
Autorin und Illustrationen: Anette Bley (Juni 2011)

Lisa und Otto sind Freunde. Lisa ist jung und Otto ist alt. Aber sie lieben dieselben Dinge wie Notkekse, Zählen bis Tausend und weiter, die Natur, den Himmel voller Sterne und sie freuen sich über dieselben Dinge. Als Lisa mit ihrer Schleuder endlich, endlich den Blechbüffel trifft, tanzen sie den großen Indianer-Siegestanz. Aber heute liegt Otto müde im Bett und weiß, dass er bald sterben muss und Lisa hält seine Hand.
Zu Ottos Beerdigung kommen viele Menschen, die meisten kennt Lisa nicht und es stört sie, dass die Menschen säuseln, denn Otto mochte es nicht, wenn jemand säuselte. Sie schreit und weint bis Olga sie tröstet. Olga weiß, wo Otto jetzt ist und kennt das Geheimnis der Liebe und des Lebens.

Verlag: Ravensburger

Kriminell gut: Alfonso – Der Meisterdieb (ab 8 Jahre)

Alfonso - Der Meisterdieb, Verlag Mixtvision

Alfonso – Der Meisterdieb

Illustrationen: Thies Schwarz (Juli 2013)

Diebeskunst ohne Worte.

Alfonso verliert nicht viele Worte. Die braucht er auch nicht. Er braucht: Einen Plan. Alfonso ist Meisterdieb. Schwere Juwelen, hochdotierte Gemälde, seltene Briefmarken, Tresorgold, reine Diamanten – nichts entgeht seinen geschickten Händen. Egal ob unter Wasser, in schwindelerregenden Höhen oder an gefährlich öffentlichen Orten. Alfonso weiß, wie er’s macht. Schlau nutzt er die Gunst der Umgebung: einen Baukran, einen Scheinwerfer oder eine Schneekanone. Hätte er nur nicht solch lärmende Lust auf Eis

Alfonsos Geschichte spielt sich ohne Worte ab – die Illustrationen im Comic-Stil erzählen die diebischen Episoden und bitten den Betrachter, sie selbst zusammen zu puzzeln.

Eine Frage bleibt für mich jedoch unbeantwortet: Ist das Passagierschiff, dessen Tresorraum Alfonso unter Wasser leer räubert, nun untergegangen oder nicht?

Verlag: Mixtvision